Urologie Vaterstetten
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Patienteninformation


Therapiemöglichkeiten des lokal begrenzten Prostatakarzinoms
unter besonderer Berücksichtigung der permanenten Seedimplantation (interstitielle Brachytherapie)

 

Ein Wort zuvor

Das Prostatakarzinom ist mittlerweile die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Die Therapie des Prostatakarzinoms wird häufig kontrovers diskutiert. Verschiedene Fachärzte, wie zum Beispiel Urologen, Internisten und Strahlentherapeuten, konfrontieren den Patienten deshalb oft mit unterschiedlichsten Meinungen und Therapiekonzepten.

Ärzte können jedoch nur beraten. Die Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Therapie muss letztlich der Patient unter Abwägung der Tumorwirksamkeit und der Lebensqualität selbst treffen. Angesichts der möglichen Tragweite fällt dies jedoch sicher nicht leicht.

Wichtig ist: Lassen Sie sich bei Ihrer Entscheidung die nötige Zeit. Speziell das Prostatakarzinom ist nur selten so aggressiv, dass ein Entschluss innerhalb weniger Stunden und Tage getroffen werden muss. Holen Sie eventuell verschiedene Meinungen ein und besprechen Sie die Möglichkeiten auch mit Ihren Angehörigen.

Das Entscheidende dabei ist, dass Sie selbst gut über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten vorinformiert sind, um eigene Vorstellungen und Argumente in die Gespräche einbringen zu können. Diese Broschüre enthält viele wichtige Informationen, die Sie dabei unterstützen.

 

Die Prostata – Das Organ und seine Funktion

Die Prostata, aufgrund ihrer anatomischen Lage auch Vorsteherdrüse genannt, befindet sich unterhalb, also vor der Harnblase und umschließt ringförmig die Harnröhre. Die wesentliche Aufgabe der Prostata-Drüse ist die Produktion eines Sekretes, das den Spermien ihre Beweglichkeit ermöglicht.


Gutartige Prostataveränderungen

Beim erwachsenen Mann ist die Prostatadrüse zunächst etwa kastaniengroß und wiegt 15 bis 20 Gramm. Ab dem 40. bis 50. Lebensjahr kann sich das Gewebe jedoch vergrößern und mit fortschreitendem Alter deutlich an Volumen zunehmen. Dies ist ein ganz normaler, hormongesteuerter Alterungsprozess, von dem in Deutschland viele Millionen Männer betroffen sind. Die Medizin bezeichnet diese gutartige Veränderung als benigne Prostatahyperplasie (gutartige Prostatavergrößerung).


Bösartige Prostataveränderungen

Prostatakrebs, geht von entarteten Zellen aus, deren Erbgut nicht mehr intakt ist. Diese besitzen, wie jede gesunde Zelle, die Fähigkeit, sich durch Teilung zu erneuern. Dabei geben sie ihren fehlerhaften Gencode an die neu entstandene Zelle weiter und sterben selbst ab. Ein bösartiger Tumor entsteht jedoch erst dann, wenn dieser Teilungsprozess plötzlich unkontrolliert voranschreitet. So wächst über einen mehr oder weniger langen Zeitraum eine Anhäufung bösartiger Zellen heran, das Prostatakarzinom.

Die genauen Ursachen dieses Vorgangs sind bis heute nicht geklärt. Als einer der gesicherten Faktoren für die Entstehung des Prostatakarzinoms gilt deshalb vorerst die genetische Veranlagung. Statistiken besagen, dass sich das Krebsrisiko um das fünffache erhöht, wenn bereits im Kreis der Blutsverwandten (Vater, Brüder) Prostatakarzinome aufgetreten sind. Darüber hinaus spielen auch hier die Hormone eine Rolle. So wie Östrogene das Wachstum des Brustkrebs fördern, begünstigen die männlichen Geschlechtshormone das Prostatakarzinom. Sehr wahrscheinlich sind auch Zusammenhänge mit der Ernährung, insbesondere, wenn sie viel Fett und wenig bioaktive Substanzen enthält.

 

Die Früherkennung des Prostatakarzinoms

Prostatakarzinome sind nur selten hochaggressiv. Meist schreitet der Krebs sehr langsam voran und verursacht über Jahre keinerlei spezifischen Beschwerden. Da diese Krebsart zudem meist im fortgeschrittenem Alter auftritt, wird sie gerne als harmloser „Alterskrebs“ heruntergespielt. Demgegenüber steht jedoch die erschreckende Tatsache, dass Prostatakrebs in der Statistik über krebsbedingte, organbezogene Todesursachen bereits an zweiter Stelle bei Männern rangiert.

Im Frühstadium erkannt, gilt das Prostatakarzinom heute jedoch als heilbar, so dass die Vorsorgemaßnahmen hier eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Derzeit gilt, dass bei Männern ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich eine entsprechende Untersuchung durchgeführt werden sollte, um ein Karzinom so rechtzeitig zu entdecken, dass es vollständig geheilt werden kann.

Tastuntersuchung

Routinemäßig führt der Urologe zunächst eine Tastuntersuchung durch. Hierbei wird die Prostatadrüse vom Enddarm aus auf verdächtige Veränderungen abgetastet.

Die normale Gewebebeschaffenheit der Drüse ist prall-elastisch, ähnlich wie zum Beispiel der Handballen. Eine Verhärtung kann ein Hinweis auf eine bösartige Veränderung sein, so dass zur weiteren Abklärung eine Blutuntersuchung und eine Biopsie vorgenommen werden.

In Deutschland ist die Tastuntersuchung das Standardverfahren der Vorsorge-untersuchung. Die Blutuntersuchung wird im Rahmen der gesetzlichen Regelung nur dann von den Krankenassen erstattet, wenn ein Tastbefund die Untersuchung notwendig macht.
In Amerika geht man umgekehrt vor und führt routinemäßig zunächst die weniger unangenehme Blutuntersuchung durch. Auf diese Weise konnte die Hemmschwelle der Prostatavor-sorgeuntersuchung deutlich gesenkt und die Früherkennungsrate des Karzinoms gesteigert werden.

 

Blutuntersuchung (PSA-Wert)

Bei der Blutuntersuchung wird der Wert eines bestimmten Eiweiß gemessen, das fast ausschließlich von Prostatazellen produziert und in das Blut abgegeben wird. Dieses Eiweiß wird als „prostataspezifisches Antigen“, kurz PSA bezeichnet.

Bei einem leicht erhöhten PSA-Wert muss nicht unbedingt ein bösartiges Karzinom vorliegen, denn auch gutartige Vergrößerungen und andere Faktoren können zu kleinen Veränderungen der Normwerte führen. Im Falle einer Tumorerkrankung ist der PSA-Wert häufig auch dann schon erhöht, wenn das Prostatakarzinom noch nicht tastbar ist. Die Bestimmung des PSA-Wertes stellt ein wichtiges diagnostisches Mittel dar, um Prostatakrebs im Frühstadium zu entdecken. Bei einem positiven Tastbefund und/oder ein gleichzeitig erhöhter PSA-Wert erhärtet den Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakarzinoms.

Die Biopsie (Gewebeentnahme)

Die endgültige Sicherheit der Diagnose kann nur durch eine Biopsie erbracht werden. Dabei werden winzige Mengen des betroffenen Prostatagewebes unter Ultraschallkontrolle vom Enddarm (transrektaler Ultraschall) aus entnommen und histologisch, d. h. feingeweblich unter dem Mikroskop untersucht. Auf diese Weise kann nicht nur das Vorliegen eines Karzinoms bewiesen, sondern auch der Grad der Bösartigkeit und das Tumorvolumen festgestellt werden.

„State of the art“ ist derzeit die ultraschallkontrollierte Sextantenbiopsie. Unter Monitorsicht entnimmt der Arzt hierbei 6 Stanzzylinder aus genau definierten Bereichen der Prostata. Dies geschieht mit Hilfe einer dünnen Hohlnadel, die gezielt über den transrektalen Ultraschall in die Prostata eingeführt wird.


Ultraschalluntersuchung

Bildgebende Verfahren wie die Ultraschalluntersuchung werden häufig angewandt, um die lokale Ausdehnung des Prostatakarzinoms abzuschätzen. Diese Untersuchungstechnik ist jedoch im Hinblick auf die Frage nach kapselüberschreitendem Karzinomwachstum, also ersten Anzeichen eines nicht mehr nur auf die Prostata begrenzten Tumor, ungenau und man muß davon ausgehen, dass bei ungefähr der Hälfte der Patienten keine Kapseldurchdringung im Ultraschall zu sehen ist, obwohl sie vorhanden ist.

Bei unklaren lokalen Befunden kann zusätzlich eine Computertomographie oder eine Kernspinuntersuchung Klarheit schaffen.

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Bahnhofstr. 36, D 85591 Vaterstetten